Orthomolekulare Medizin

Orthomolekulare Medizin innerhalb der Präventivmedizin

Behandlungen unter dem Begriff „Orthomolekulare Medizin“ bedeutet Mikronährstoffe gezielt anwenden. Viele Krankheiten entstehen durch Stress, einer unausgewogenen Ernährung und einer ungesunden Lebensführung. Der Stoffwechsel funktioniert nicht mehr optimal, weil auch die Wechselwirkung essenzieller Mikronährstoffe untereinander im Körper nicht mehr richtig funktioniert. Es entsteht ein Ungleichgewicht. Das bedeutet, dass die Versorgung idealerweise individuell ausgerichtet sein muss. Eine einheitliche Prophylaxe nach dem Gießkannenprinzip bleibt langfristig erfolglos.
Als ursächliche Therapie werden in der Orthomolekularmedizin nicht die Symptome behandelt, sondern präventiv auf möglichst natürliche Weise das Gleichgewicht der Vitalstoffe wieder hergestellt.
Die orthomolekulare Medizin führt jedoch insbesondere innerhalb der traditionellen universitären Medizin ein Schattendasein und wird deshalb von vielen Therapeuten aus Unwissenheit oder wegen negativer Berichterstattung abgelehnt. Negative Aussagen beziehen sich meist nicht auf die in der Orthomolekularmedizin verwendeten phar- makologisch wirksamen Einzelsubstanzen – für die entsprechende Mangelkrankheiten beschrieben sind und die zum Teil zulasten von Krankenkassen verordnet werden können – sondern auf angeblich falsch genutzte niedrig dosierte Komplexnahrungsergänzungsmittel.
Die kritisierenden Autoren repetieren dabei gebetsmühlenartig einen mangelnden Nutzen und Nebenwirkungsrisiken von Nahrungser- gänzungsmitteln, die oft fälschlicherweise als „Therapeutika“ verwendet würden.
Diese Autoren vergessen dabei, dass es sich bei den Mikronährstoffen um essenzielle Substan- zen handelt, ohne die unser Stoffwechsel nicht funktionieren würde. Sie wollen zudem nicht wahrhaben, dass Mikronährstoffe bei dem gesetzlich vorgeschriebenen Verwendungszweck im niedrigen Dosierungsbereich üblicherweise gar kein und im Hochdosisbereich nur ein sehr geringes Nebenwirkungspotenzial haben. (Allerdings übersehen sie ganz lässig, dass sich im Gegensatz dazu die von ihnen favorisierte Pharma-gestützte Schulmedizin vielfältige und berechtigte Kritik über mangelnden Nutzen, über hohe Nebenwirkungsraten und falsch interpretierte Studien sowie über enge finanzielle Verbindungen der Meinungsbildner zur Pharmaindustrie gefallen lassen muss.)
Dabei gibt es ein konkretes Wissen über die Orthomolekularmedizin, das man in etwa fol- gendermaßen zusammenfassen könnte:
Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren, Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe, Enzyme) agieren als Aktivatoren, Bausteine, Kontrollsubstanzen, Signal- und Transportmoleküle sowie als Cofaktoren in allen Körperkompartimenten – und wir können ohne sie nicht leben. Bei gesundem Lebensstil ohne besondere Risiken sollten wir uns über eine vollwertige Ernährung mit diesen Stoffen in ausreichender Menge versorgen können.

Nahrungsergänzungsmittel in der orthomolekularen Medizin

Bei ungünstigen Ernährungsformen, bei erhöhtem Bedarf, bei Mikronährstoffmangelerkrankungen (z. B. Jod- oder Eisenmangel), bei Entleerung der Mikronährstoffspeicher oder im begleitenden Einsatz bei vielen Krankheiten müssen alle essenziellen Mikronährstoffe dem Organismus zusätzlich in der Situation angepassten Dosierung und Kombination zugeführt werden. Dies ist schulmedizinisches Standardwissen und in einer Vielzahl von evidenten Studien nach EbM-Kriterien belegt.
In der Prävention und im Hinblick auf einen gut funktionierenden Stoffwechsel kann eine entsprechende Versorgung mit Mikronährstof- fen häufig durch eine Ergänzung der Nahrung mit niedrigdosierten Komplexnahrungsergän- zungsmitteln erreicht werden.
Diese Nahrungsergänzungsmittel als Fertigpräparate sind bis auf einige Ausnahmen aufgrund gesetzlicher Vorschriften nur im präventiven Einsatz zu nutzen. Sie sollten nicht zur Behebung einer Mikronährstoffunterversorgung oder in der Therapie verwendet werden

(vgl. EU-Richtlinie 2002/46/EG, Nahrungsergänzungsmittelverordnung, Lebensmittel- und Futtergesetzbuch, Health-Claims-Verordnung, DGE).

Wenn wir entleerte Mikronährstoffspeicher auffüllen wollen, wenn wir eine Unterver- sorgung einzelner Mikronährstoffe (z. B. Jod, Eisen, Vitamin D3 oder Folsäure) beseitigen wollen, wenn wir die vielfältigen Mikronährstoffmangelkrankheiten behandeln oder mit Mikronährstoffen begleitend zu anderen Maßnahmen therapieren wollen, müssen bestimmte „Leitmikronährstoffe“ möglichst individuell und in unterschiedlichen, angepassten, meist höheren Dosierungen gegeben werden. Von diesen Leitmikronährstoffen ist ein hoher Nut- zen aufgrund ihrer Funktion im Stoffwechsel und wegen positiver Studienergebnisse bei der angestrebten Indikation zu erwarten.
Wir benötigen hierfür möglichst flexible Präparate, die als ergänzende bilanzierte Diäten in Form von Kombinationen oder als Apotheken- bzw. rezeptpflichtige Einzelstoffpräparate zur oralen und parenteralen Zufuhr verfügbar sind. Die Responderraten einer Therapie mit Mikronährstoffen bewegen sich dabei auf ei- nem ähnlichen Niveau wie die der klassischen Pharmapräparate.
Was sollte die Zukunft bringen?
Die klassischen niedrig dosierten Komplex- Nahrungsergänzungsmittel, die oft in Irre- führender Weise als „Multivitaminpräparate“ deklariert werden, sollten nur ihrer gesetzlich vorgegebenen Bestimmung ent- sprechend genutzt werden. Für den darüber hinausgehenden Einsatz von Mikronährstoffen wünscht sich der Orthomolekulartherapeut als Königsweg ein Angebot, bei dem er zusätzlich zur Basisversorgung mit fixen Nahrungsergänzungsmitteln die im Einzelfall zusätzlich sinn- vollen oral zu verabreichenden Mikronährstof- fe in der richtigen Kombination und Dosierung individuell auf Rezept verordnen kann, wie es heute schon problemlos bei der parenteralen Anwendung möglich ist.

Individuelle Analyse für den optimalen Nährstoffbedarf

Diese Rezepturen ergeben sich aus einer individuellen Analyse des Falles unter Berücksich- tigung von Anamnese, Krankheitsgeschichte, Lebensstilrisiken und Ernährungsform auf der Grundlage von Fragebögen und einer eventuell begleitenden rationellen Labordiagnostik. Auf diesem Wege könnte der Therapeut dem Patienten einen erhöhten Nutzen bringen, seine Therapie optimieren, seinen Erfolg verbessern und ein eventuelles Nebenwirkungsrisiko reduzieren.
Die Firma Hepart AG bietet mit HCK bereits heute die Möglichkeit, einfache und unkom- plizierte individuelle Rezepturen zu erstellen (auf Grundlage von Fragebögen oder Labor- analyse). HCK steht für Hydro-Cell-Key, einem international patentierten Produkt bzw. Pro-
duktionsverfahren orthomolekularer Mikronährstoffe. Mit diesem Verfahren verfolgt Hepart ein Konzept der individuellen Nähr- stoffversorgung.
Besonders hier ist auch der ausgebildete Heilpraktiker gefragt, der das Konzept für seine Patienten in allen Fachbereichen unterstützend nutzen kann. Zunächst wird der tatsächliche persönliche Bedarf ermittelt, dieser ist abhän- gig von unterschiedlichen Faktoren wie Körpergewicht, Ernährungsgewohnheiten, Alter, Stress oder Umweltbelastungen. Der individuelle Bedarf wird durch die Auswertung eines über lange Jahre entwickelten Fragebogens ermittelt oder durch Daten einer Laboranalyse. Zusätzlich erhält der Therapeut eine komplette Analyse, die er seinem Patienten aushändi- gen kann. Die Datenbanken wurden im eigenen Biochemielabor in 20 Jahren mit über 50000 Parameter aufgefüllt. Auf dieser Basis wird dem Patienten eine individuelle Mikronährstoffmi- schung zusammengestellt.
Heilpraktiker, Ärzte oder auch Sporttherapeuten können das HCK-Konzept innerhalb ihrer Mikronährstofftherapie einbinden und sinnvoll den Patienten unterstützen.

 

(Quelle Paracelsus-Zeitschrift Q3 – 2013 Autoren Torsten Rehfus , Dr. med. Uwe Böhm)

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